Gesundheits- und Krankenpflege - ein Tagebuch

Das erste Ausbildungsjahr

Die ersten 3 Monate

Im ersten Jahr fangen wir erstmal mit drei Monaten in der Schule an. Wir müssen eine ganze Menge lernen, bevor wir das erste Mal zu den Patienten dürfen. Besonders Hygiene und Arbeitssicherheit stehen auf dem Stundenplan. Wir erfahren aber auch schon viel zur Pflege von Haut und Körper und wie wir im Notfall reagieren können. In der Klasse lernen wir uns gegenseitig kennen und staunen, aus wie vielen Ländern wir kommen.

Der erste Praxiseinsatz

Dann geht es zum ersten Mal in die Praxis! Wir wurden gut darauf vorbereitet, aber aufregend ist es schon. In den ersten Tagen auf der Station tut es gut, dass uns eine Schülerin aus dem 3. Semester für ein paar Tage begleitet. Am 4. Tag dürfen wir unter Aufsicht sogar schon selbständig einen Patienten versorgen und betreuen.

Zurück in die Schule

Der 2. Unterrichtsblock ist schon ganz anders als der erste – nach dem Praxiseinsatz können wir uns vieles besser vorstellen. Wir haben uns jede Menge zu erzählen und tauschen Erfahrungen aus. Bei schönem Wetter verbringen wir die Pausen am liebsten auf der Wiese hinter dem Schulgebäude. Im Unterricht lernen wir jetzt viel zum Herz-Kreislauf-System und zur Pflege alter Menschen. Wir werden ermutigt, die Lernberatung und die Sprachförderung der Schule in Anspruch zu nehmen. Dort können wir uns beraten lassen und neue Methoden des Lernens erproben. Viele von uns gründen Lerngruppen – im Team geht vieles leichter!

So schnell geht ein Jahr rum (Monat 7 – 12)

Die zweite Hälfte des Jahres vergeht wie im Flug – wir haben noch zwei Praxiseinsätze und einen Block in der Schule. Neu hinzu kommen Unterrichtseinheiten zu Kinderkrankheiten und zur Pflege von Kindern. In der Praxis müssen wir uns beweisen und einige praktische Lernaufgaben zu Themen wie Ernährung, Verabreichung von Medikamenten und Lagerung bestehen. Es ist ein schönes Gefühl, schon richtig viel mithelfen zu können auf den Stationen.

Das zweite Ausbildungsjahr

So geht’s weiter in der Theorie

Im zweiten Jahr geht es richtig zur Sache: Wir haben schon ein ziemlich umfangreiches Wissen und lernen jetzt auch einiges zu Infusionen, Blutentnahme und wie man Wunden versorgt und Menschen nach Unfällen pflegt. Auch chronische Erkrankungen, Erkrankungen des Zentralnervensystems und vieles mehr stehen auf dem Stundenplan. Nach der Hälfte des Jahres müssen wir dann ziemlich büffeln, um bei Zwischenprüfung zu zeigen, was wir schon alles wissen.

Fit in der Praxis

In der Praxis dürfen wir immer mehr Bereiche kennenlernen. Es steht ein Einsatz in der Pflege von psychisch kranken Menschen an. Das war auch schon ein großes Thema im Unterricht und wir können deshalb viel Wissen mit in die Praxis nehmen. Wenn wir wollen, dürfen wir auch in eine Wochenstation und die Pädiatrie hineinschnuppern. Jetzt sind wir schon so weit, dass wir selbst Schüler des ersten Semesters anleiten dürfen. Außerdem sind wir nicht mehr nur in den regulären Klinikstationen unterwegs, sondern lernen auch die häusliche Krankenpflege kennen. Dazu gehört ganz schön viel – nicht nur der richtige Umgang mit alten und kranken Menschen, sondern auch viel Planung und Organisation.

Das Highlight des zweiten Jahres ist der Wahleinsatz! Wir dürfen für diesen Einsatz ganz frei entscheiden, wo wir hin wollen. Wenn die Noten stimmen, dürfen wir sogar ins Ausland. Wir kommen alle mit ganz vielen Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen zurück.

Das dritte Ausbildungsjahr

Was wir schon alles können

Unglaublich – wir sind im dritten Jahr und einige von uns wissen schon ganz gut, wo sie hin wollen. Es gibt ein Projekt „Intensivpflege“ für diejenigen, die später auf einer Intensivstation arbeiten möchten. Sie können sich jetzt schon darauf vorbereiten und ihre Einsätze daran anpassen lassen. Wir alle kennen die Abläufe einer Station mittlerweile sehr gut – und dürfen in einer „Schulstation“ einmal alles selbst organisieren. Von den Dienstplänen bis hin zur Durchführung der Pflege der Patienten, die von echten Menschen gespielt werden. Wie die Pflege von Patienten überhaupt organisiert wird, haben wir vorher in der Theorie eingehend behandelt.

Noch mal Vollgas geben

Der Unterricht im dritten Jahr hat fachliche Schwerpunkte wie Stoffwechselkrankheiten oder das Sehen und Hören. Wir befassen uns aber auch immer mehr mit übergreifenden Themen wie ethische Herausforderungen, soziale Aspekte und der Geschichte unseres Berufs. Für unseren weiteren Weg sind Unterrichtsstunden zu Karrieremöglichkeiten und Pflege als Wissenschaft sehr spannend. Im letzten Block an der Schule steht dann die umfassende Vorbereitung auf die theoretischen und praktischen Prüfungen an. Wir sind alle aufgeregt, aber auch gespannt auf das, was uns im Berufsalltag erwartet. Plötzlich geht alles so schnell – wir können es kaum glauben, unsere Zeugnisse in den Händen zu halten.